Programm

Das Programm des 3. IGSP-Kongresses umfasst 57 Einzelbeiträge, 13 Symposien und 7 Foren sowie zahlreiche Posterpräsentationen.

Sie können hier den Abstractband herunterladen: Abstractband

Diese Beiträge wurden 9 thematisch gruppierten Tracks zugewiesen. Ein weiterer Track umfasst moderierte Emerging Researcher Beiträge.

  • A Wege in den Beruf
  • B Praxislehrpersonen als AkteurInnen
  • C Hochschulen und Schulen in Kooperation
  • D Forschendes Lernen und methodische Zugänge zur Berufspraxis
  • E Professionalisierung für eine diversitätssensible Praxis
  • F Professionalisierung durch Reflexion
  • G Studierende: Kompetenzen, Überzeugungen, Orientierungen
  • H Entwicklung schulpraktischer Studien und Curricula
  • I Standortbezogene Konzepte
  • J Emerging Researcher

Programmübersicht (Stand vom 4.4.2019)
Beim Klick auf den Beitragstitel von Einzelbeiträgen können die Kurzzusammenfassungen abgerufen werden. Beim Klick auf Symposiums- und Forenbeiträge werden alle Beiträge und deren Kurzzusammenfassungen dargestellt.

Keynotes
Prof. Dr. Malte Brinkmann, Humboldt-Universität zu Berlin
Lehren-Üben – Zur verstehenden und urteilenden Praxis professionellen Könnens

Unterrichten muss geübt werden – das ist die erste These dieses Vortrages, die erfahrungs- und übungswissenschaftlich belegt wird. Die zweite These lautet: Eine dualistische Trennung zwischen Theorie bzw. Praxis führt dazu, dass wissende Reflexion und gekonntes Handeln nicht in ihrer praktischen Einheit erfasst werden können. Im Unterschied dazu möchte ich anhand von Beispielen aus der universitären LehrerInnenbildung und der videographischen Unterrichtsforschung zeigen, wie Reflexion der Praxis für die Praxis geübt werden kann. Geübtes Verstehen als responsives Verstehen-Können und geübtes Urteilen als Entscheiden-Können in komplexen Situationen werden als wichtige „Könntnisse“ professionellen Lehrens vorgestellt.

HS-Prof.in Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Katharina Rosenberger, Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems
Planbares und Unplanbares – Über Anspruch und Begrenztheit von Unterrichtsentwürfen in Schulpraktika

Das Planen von Unterricht kann als gedanklich strukturierende Vorbereitung auf unterrichtliches Handeln verstanden werden. Der Vollzug beim Unterrichten erfolgt allerdings in vielgestaltiger Weise, da Lehrpersonen Situationen zu bewältigen haben, die letztlich in ihrer Einzigartigkeit immer von Ungewissheiten und Ambiguitäten geprägt sind. Während eine systematische Unterrichtsvorbereitung allgemein-abstraktes Wissen über fachliche, didaktische und pädagogische Aspekte des Lehrens und Lernens erfordert, benötigen Lehrende beim Unterrichten selbst vor allem implizites Handlungswissen. Die LehrerInnenausbildung ist in diesem Zusammenhang angehalten, Lernangebote für Studierende anzubieten, die den Eigenwert beider Wissensarten berücksichtigt, ohne diese gegeneinander auszuspielen. Besonders im Zusammenhang mit Unterrichtsplanungen bei Unterrichtspraktika ist dies eine Herausforderung, da es einerseits darum geht, das Unterrichten vorab denken zu lernen, daneben aber andererseits Raum für die improvisatorisch-kreativen Elemente, die im Unterrichtshandeln eben auch unabdingbar sind, freigehalten werden müssen. Inwieweit dies in Unterrichtsentwürfen realisiert werden kann, soll im Vortrag zur Diskussion gestellt werden.

Prof.in Dr.in Julia Košinár und Prof. Dr. Tobias Leonhard, Pädagogische Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz
Anspruch, Spezifik und Positionierung Berufspraktischer Studien: Eine Disziplin in statu nascendi

Zwischen Praktikumsbüros und tradierten (bewährten) Begleitformen etabliert sich zunehmend ein eigenständiges, an Qualitätskriterien orientiertes, empirie- und theoriegestütztes Feld der Konzeption, Gestaltung und Forschung rund um die Praxisanteile pädagogischer Studiengänge. Die systematische – gar disziplinäre – Verortung dieses Feldes erweist sich aber als herausfordernd, sind benachbarte und teilweise überlappende Arbeitsgebiete doch bereits umfassend etabliert.
Im Vortrag wird der Versuch unternommen, den Raum zu modellieren, in dem Berufspraktische Studien genuin eigenständige Fragestellungen bearbeiten. In einer ersten Hinsicht wird ein metatheoretisches Fundament dieses Raumes positioniert und begründet. Auf dieser Basis werden Professionalisierungsprozesse als zentrales Konzept und orientierendes Zentrum der Forschung und Entwicklung in den Berufspraktischen Studien postuliert, die sich zwischen Normen einerseits und Strukturen als Kontexte und bestimmte Konstellationen andererseits bewegen. Damit wird der Raum aufgespannt, der dazu beitragen kann, sowohl Spezifika als auch Grenzfälle (Begrenzungen) der Berufspraktischen Studien sichtbar zu machen.
Als Bewegungen in diesem Raum werden Forschung und Entwicklung in der Vielfalt ihrer Fragestellungen und Gestaltungsperspektiven exemplarisch elaboriert, um im Anschluss daran Ansprüche zu formulieren, die im Entstehungsprozess einer eigenständigen Disziplin nicht zu unterbieten wären.

Pre-Conference für Emerging Researcher